Bittle X V2: Gelenke kalibrieren und Skills unterscheiden
Bittle X V2: erst kalibrieren, dann neue Bewegungen erstellen
Ein falsch ausgerichtetes Bein lässt sich nicht unbedingt durch eine neue Bewegungsfolge korrigieren. Beim Bittle X V2 legt die Gelenkkalibrierung die Referenzpositionen der Gelenke fest; ein Skill ordnet dagegen die Posen, die der Roboter ausführen soll. Wer das konkrete Problem erkennt, vermeidet es, mit dem falschen Werkzeug an der falschen Stelle einzugreifen.
Diese Anleitung behandelt den Bittle X V2 mit BiBoard V1 in der Ausführung mit Kopf. Die Variante mit Arm benötigt eigene Anweisungen. Wir nutzen die V2-Dokumentation von Petoi und einen unabhängigen Testbericht von Make: Wir haben das Verfahren nicht an einem ROBOLERO-Roboter durchgeführt und keine Verbesserung des Laufens gemessen.
Das Originalvideo von PetoiCamp behandelt Montage und Verkabelung von Bittle X mit BiBoard V1. Die angegebenen Kapitel umfassen den Kalibriermodus und den anfänglichen Beinwinkel; die Feinkalibrierung per Software wird als nächster Schritt genannt. Es ist weder ein vollständiger Kurs zu Joint Calibrator oder Skill Composer noch ein ROBOLERO-Test.
Das passende Werkzeug für das Problem wählen
Die Desktop-App-Seite für V2 unterscheidet die Module der Anwendung. Es handelt sich nicht um drei Namen für denselben Vorgang.
| Ziel | Werkzeug | Was sich ändert |
|---|---|---|
| Referenzpositionen der Gelenke ausrichten | Joint Calibrator | Kalibrierungs-Offsets der Gelenke |
| Eine Folge von Posen erstellen | Skill Composer | Bewegungen und Einzelbilder des Skills |
| Das Steuerprogramm installieren | Firmware Uploader | Firmware des Roboters: ein anderer Vorgang als die mechanische Einstellung |
Der Platinenname bezeichnet Hardware, nicht die Firmware-Version oder das Betriebssystem des Computers. Die offizielle Bittle-X-V2-Seite nennt die ESP32-basierte BiBoard V1. Übertrage Anweisungen für NyBoard oder den älteren Bittle X mit BiBoard V0 nicht automatisch auf dieses Modell.
1. Modell, App und Verbindung vorbereiten
Öffne das V2-Handbuch und prüfe, ob du einen Bausatz oder einen vormontierten Roboter besitzt. Lade die Desktop App von der offiziellen Seite herunter und befolge die Installation für dein Betriebssystem. Verbinde für diesen Desktop-Weg das USB-Datenkabel mit der BiBoard, nicht mit dem Ladeanschluss des Akkus: Die Anleitung unterscheidet diese beiden Anschlüsse ausdrücklich.
Der Roboter muss nach den Vorgaben des Handbuchs vom Akku versorgt werden. Ein angeschlossenes USB-Kabel beweist nicht, dass die Stromversorgung der Servos bereitsteht. Die Softwarevoraussetzung für Joint Calibrator ist Version 2.0: Das ist nicht die Versionsnummer der BiBoard-Hardware. Werden Roboter oder Anschluss nicht erkannt, behebe zunächst die Verbindung anhand der Dokumentation, bevor du Firmware oder Werte änderst.
2. Die Kalibrierungspose aufrufen
Das Joint-Calibrator-Handbuch für Bittle X V2 beschreibt den Einstieg über die Schaltfläche Joint Calibrator oder Calibrate in der Oberfläche. Dabei fahren die Servos in ihre Kalibrierungspositionen: Rechne mit Gelenkbewegungen und halte den Bereich um den Roboter frei.
Beim Bausatz dient die Referenzposition auch dazu, die Bauteile richtig zu montieren. Beim vormontierten Gerät sollten Kopf und Beine bereits angebracht sein: Das Handbuch erlaubt die Feineinstellung, ohne sie abzunehmen. Entferne sie nicht als ersten Versuch, wenn der Roboter bereits richtig funktioniert. Nutze die V2-Abbildungen und die von Petoi beschriebene L-förmige Kalibrierungshilfe; leite die Ausrichtung nicht aus irgendeinem Foto ab.
3. Ein identifiziertes Gelenk einstellen und speichern
Wähle das richtige Gelenk anhand der Nummerierung in der Oberfläche. Das Handbuch gibt vor, zuerst den oberen, dann den unteren Beinabschnitt mit den Schiebereglern und der rechtwinkligen Referenz einzustellen. In den hellgelben Bereichen gibt es keinen aktiven Regler: Dort warten keine zusätzlichen Gelenke auf eine Freischaltung.
Drehe die Servo-Abtriebswelle nicht gewaltsam von Hand. Falls eine große Korrektur nötig erscheint, lies vor dem Fortfahren erneut die Abschnitte über Montage und Offsets: Ein Bauteil auf einen anderen Zahn des Servos zu setzen ist etwas anderes als eine kleine Softwarekorrektur. Versuche nicht, ein mechanisches Hindernis durch einen bis zum Anschlag verschobenen Regler auszugleichen.
Save speichert die Offsets; Abort verwirft die Kalibrierungsdaten. Das Handbuch schlägt Rest, Stand up und Walk vor, um die Wirkung zu prüfen. Beachte die vom Hersteller beschriebenen Testbedingungen und höre auf, wenn ein Teil auf Widerstand trifft oder die Montage nicht den Abbildungen entspricht. Eine erfolgreiche Prüfung bestätigt nicht jede Oberfläche oder Bewegung.
4. Erst danach zum Skill Composer wechseln
Skill Composer erstellt Folgen von Posen. Wähle das zum Roboter passende Modell: Die Daten von Nybble und Bittle sind nicht austauschbar. Drehe Gelenke, die von ihren Servos in Position gehalten werden, nicht von Hand, um eine Vorführung nachzuahmen.
Bewahre beim Export eines Skills eine Kopie der Datei auf. Das Handbuch warnt, dass ein neuer Export den letzten Skill im temporären Speicher des Roboters überschreibt; dadurch werden nicht die auf dem Computer gespeicherten Dateien gelöscht. Offsets und Bewegungsfolgen getrennt zu behandeln erleichtert es, Änderungen zu notieren und zum ursprünglichen Problem zurückzukehren.
Wann Unterstützung sinnvoll ist
Der Make-Testbericht von 2025 beschreibt Bittle X V2 und die Armvariante als programmierbare Projekte, nicht als unfehlbare Produkte. Es sind Erfahrungen der Redaktion, kein eigener Test von uns. Die im selben Bericht geschilderten Nybble-Probleme übertragen wir nicht auf Bittle.
Wenn du Platine, Servo oder Konfiguration nicht identifizieren kannst, bereite Fotos des Roboters und Bildschirmaufnahmen vor und frage vor dem Zerlegen beim Support nach. Prüfe vor dem Kauf von Ersatzteilen das bereits mitgelieferte Material und fordere ein Angebot für die benötigten Teile an. Das Modell findest du im Bittle-X-Steckbrief; dein Exemplar kannst du über die Bewertung vergleichen.
